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Brautstrauß selber machen: Blumen, Saison, Einkauf und ein einfacher Zeitplan

Aktualisiert 2026-10-27 · 6 Min. Lesezeit

Eine Braut im Spitzenkleid hält einen locker gebundenen Strauß aus blauer Hortensie, weißen Rosen, Dahlien und langen grünen Blättern
Photo: Inna Lesyk · Unsplash License

Für einen selbst gemachten Brautstrauß wählt ihr ein, zwei robuste Hauptblumen, eine Füllblume und etwas Grün, kauft alles zwei Tage vor der Hochzeit und fasst es zu einem lockeren, gebundenen Strauß oder einem runden Biedermeierstrauß zusammen. Wer lieber Wochen vorher fertig sein will, nimmt Kunstblumen, und in beiden Fällen zahlt ihr nur einen Bruchteil der 80 bis 150 €, die ein Brautstrauß vom Floristen meist kostet (Bridebook).

Ehrlich gesagt ist das eines der freundlichsten Bastelprojekte der ganzen Hochzeit. Ihr braucht kein besonderes Talent, nur gute Blumen, einen Eimer Wasser und eine ruhige Stunde. Hier steht, was ihr vorher entscheiden solltet, damit das Binden selbst ganz leicht wird.

Frisch oder künstlich: das zuerst

Alles andere hängt an dieser Entscheidung.

Frische Blumen duften und wirken auf Fotos ganz natürlich. Der Haken ist das Timing: Ihr kauft sie zwei Tage vorher und bindet den Strauß am Vortag, also genau dann, wenn sowieso alles gleichzeitig passiert.

Kunstblumen könnt ihr einen Monat früher fertig haben. Sie reisen gut, halten Hitze aus und dürfen danach ins Regal. Unser Brautstrauß aus Kunstblumen kostet 25,76 € in der Herstellung, ein fertiger Kunstblumenstrauß etwa 35,99 €. Die Ersparnis liegt also bei rund 10 €. Macht ihn, weil es Spaß macht und ihr jeden Stiel selbst aussucht, nicht wegen des Geldes.

Auch eine Mischung geht: Kunstrosen als Basis und am Morgen ein paar frische Eukalyptuszweige dazwischen.

Blumen, die durchhalten

Ein Brautstrauß ist stundenlang ohne Wasser in warmen Händen. Wählt Blumen, die das verzeihen, und denkt in drei Schichten:

  • Hauptblumen. Die, auf die alle schauen: Rosen, Sprayrosen, Nelken, Lisianthus, Dahlien, Ranunkeln. Fünf bis neun Stiele reichen für einen mittelgroßen Strauß.
  • Füllblumen. Kleine Blüten, die Lücken schließen: Schleierkraut, Wachsblume, Inkalilie, Strandflieder.
  • Grün. Eukalyptus, Ruscus oder Pittosporum. Grün lässt den Strauß voll wirken, kostet wenig und bringt diesen lockeren Gartenlook.

Lasst die Diven weg. Hortensien welken ohne Wasser schnell, und Pfingstrosen gehen gern zu früh oder zu spät auf. Wenn ihr eine davon liebt, nehmt ein, zwei Stiele und umgebt sie mit robusten Blumen.

Was gerade Saison hat

Blumen der Saison sind günstiger, frischer und leichter in größeren Mengen zu bekommen. Bridebook erklärt das damit, dass saisonale Blumen regional verfügbar sind (Bridebook).

Jahreszeit Gute Blumen für den Strauß
Frühling Tulpen, Ranunkeln, Wicken, Anemonen, erste Pfingstrosen
Sommer Gartenrosen, Sonnenblumen, Dahlien, Kornblumen, Schleierkraut
Herbst Dahlien, Chrysanthemen, Hagebutten, Fuchsschwanz, Gräser
Winter Rosen, Nelken, Amaryllis, Eukalyptus, Tannengrün und Beeren

Nelken, Sprayrosen, Inkalilien und Schleierkraut gibt es fast das ganze Jahr. Damit seid ihr bei jedem Datum auf der sicheren Seite.

Wo ihr die Blumen kauft

Ihr habt mehr Auswahl, als ihr denkt:

  • Discounter und Supermarkt. Am einfachsten. Bei ALDI SÜD kostet ein Strauß Fairtrade-Rosen mit 40 cm 2,99 € und ein Bund weiße Chrysanthemen 2,49 € (ALDI SÜD, ALDI SÜD). Lidl, Rewe und Edeka lohnen ebenfalls einen Blick.
  • Großmarkt. Größere Bunde und mehr Sorten. Manche verkaufen an bestimmten Tagen auch an Privatleute, ruft vorher an.
  • Wochenmarkt und Blumenfelder zum Selberschneiden. Im Sommer eine schöne, günstige Quelle für Dahlien, Sonnenblumen und Gräser.
  • Die Floristin um die Ecke, nur für Stiele. Viele verkaufen euch einzelne Stiele, auch wenn sie den Strauß nicht binden.
  • IKEA und Bastelläden für Kunstblumen. Die SMYCKA-Rose in Weiß kostet bei IKEA 0,99 € pro Stiel (IKEA).

Kauft ihr gleich auch für die Tische ein? Unsere Tischblumen aus Supermarkt-Sträußen nutzen dieselben Bunde, also plant einen einzigen Einkauf und verwendet die Reste im Brautstrauß. Einen kompletten Blumenplan für 100 Gäste findet ihr in unserem Ratgeber zu günstigen Hochzeitsblumen.

Gebunden oder Biedermeier?

Das sind die zwei Formen, die die meisten Bräute beim Selbermachen wählen, und beide sind leicht zu lernen.

Eine Braut in weißem Perlenkleid hält einen runden Biedermeierstrauß aus zartrosa Rosen, weißer Hortensie und rosa Wachsblume
Photo: Orio Nguyen · Unsplash

Ein Biedermeierstrauß ist rund, dicht und ordentlich. Die Blüten sitzen eng in einer Kuppel, die Stiele sind bis unten mit Band umwickelt. Er wirkt klassisch, hält seine Form und passt gut zu Rosen und Nelken. Weil er kompakt ist, braucht er weniger Stiele, als man denkt.

Ein gebundener Strauß ist lockerer und natürlicher, mit Grün, das an den Seiten herausfällt, und Stielen in unterschiedlichen Höhen. Er wirkt wie frisch aus dem Garten und verzeiht kleine Fehler, weil nichts perfekt gleichmäßig sein muss. Er braucht meist mehr Grün und etwas mehr Platz in der Hand.

Unsicher? Haltet ein paar Stiele vor dem Spiegel vor euch, am besten passend zum Kleid. Ein großer, lockerer Strauß passt zu einem fließenden Kleid, ein kleiner Biedermeier zu einem schlichten oder kurzen.

Passende Teile für alle anderen

Wenn die Blumen einmal da sind, sind die kleinen Extras aus denselben Bunden schnell gemacht:

  • Ein Blumenkranz. Ein frischer Blumenkranz aus Schleierkraut kostet 17,29 € in der Herstellung, fertig gekauft rund 35 €.
  • Anstecker für den Bräutigam. Eine einzelne Blüte mit etwas Grün und Band. Beim Floristen kostet ein Anstecker 10 bis 30 € (Bridebook).
  • Sträuße für Trauzeugin und Brautjungfern. Kleinere Versionen von eurem, oder einfach drei Stiele mit Band.

So bleibt ein frischer Strauß frisch

Blumen welken meistens, weil sie Durst haben oder zu warm stehen. Ein paar Gewohnheiten machen viel aus:

  • Schneidet die Stiele zu Hause schräg an und stellt sie sofort in tiefes, kühles Wasser.
  • Entfernt alle Blätter, die im Wasser stehen würden.
  • Bewahrt alles kühl und dunkel auf, weg von Obst und direkter Sonne.
  • Stellt den fertigen Strauß über Nacht und bis zum Losgehen in eine Vase mit Wasser.
  • Bittet eine Freundin, ihn zwischen Trauung und Fotos wieder ins Wasser zu stellen. Ein Glas von der Bar reicht.
Ein Bräutigam umarmt die Braut von hinten, während sie einen lockeren Strauß aus apricotfarbenen Rosen, Eukalyptus und Disteln mit Spitzenband hält
Photo: Olivia Bauso · Unsplash

Ein einfacher Zeitplan

  • 6 bis 8 Wochen vorher: Frisch oder künstlich entscheiden, Farben wählen und ein paar Lieblingsbilder speichern.
  • 4 Wochen vorher: Kunstblumen kaufen und den Kunstblumenstrauß binden. Bei frischen Blumen je einen Bund kaufen und einen Probestrauß machen.
  • 1 Woche vorher: Beim Markt oder in der Filiale anrufen und die Blumen bestellen oder zurücklegen lassen.
  • 2 Tage vorher: Frische Blumen abholen, anschneiden und trinken lassen.
  • Am Vortag: Strauß, Anstecker und Kranz binden. Alles über Nacht kühl stellen.
  • Am Hochzeitstag: Stiele abtrocknen, Band anbringen und den Strauß mit einem Handtuch übergeben.

Wie das in den Rest der Planung passt, zeigt unser Zeitplan für die Hochzeitsplanung mit DIY.

Wann sich Selbermachen nicht lohnt

Seid ehrlich zu euch. Wenn die zwei Tage vor der Hochzeit schon voll sind, macht ein frischer DIY-Strauß nur zusätzlichen Stress. Nehmt dann Kunstblumen oder bestellt nur den Brautstrauß bei der Floristin und macht den Rest selbst. Große Wasserfallsträuße brauchen Draht und Übung. Wenn ihr genau diesen Look wollt, ist das das eine Stück, für das sich Bezahlen lohnt.

Für Blumen zur Trauung, die ihr Wochen vorher machen könnt, schaut euch unsere Blumengestecke für den Traubogen an. Das Paar kostet rund 20,71 € und zieht nach der Trauung einfach an den Brauttisch um. Ideen für den Rest von Gang und Traubogen findet ihr in unserem Artikel zur günstigen Deko für die Trauung.

Egal wie ihr euch entscheidet: Der Strauß auf euren Fotos ist einer, den ihr selbst ausgesucht, gehalten und vielleicht sogar mit den eigenen Händen gebunden habt. Daran denkt man gern zurück.

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